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FG unterwegs: Trail de l’Absinthe Drucken E-Mail

(ehemals Défi Val-de-Travers), 75 km, 2952 HM, 19.06.2010

Formtief trotz Champagner-Doping


Anlässlich meiner Hochzeit am Tag vor dem Défi habe ich vom Champagner-Doping Gebrauch gemacht. Leute, ich kann euch nur davon abraten!

Die ersten 10 km lief ich zwar langsam aber noch optimistisch, freute mich sogar auf die Steigung an meinem neuen Hausberg in meiner Wahlheimat Noiraigue, doch schnell merkte ich: da geht heut nix.

So machte ich mir einen Sport daraus, den Champagner heraus zu schwitzen und dachte: jetzt müsste 1 Glas draußen sein, jetzt das zweite, das dritte, etc.……..ob ich nach dem Ziel noch weiter laufen musste wollt ihr wissen? Ich werd euch was erzählen…..das bleibt mein Geheimnis ;-)

Mehrfach bin ich schon den Défi gelaufen doch diesmal war’s besonders schwer. Nicht nur das Champagner-Doping machte mir zu schaffen sondern auch die Bodenbeschaffenheit. Die ganze Woche vorher hatte es geregnet und auch am Wettkampftag wurden wir berieselt. Die Steine und Wurzeln waren sehr glitschig, die Wiesen gut durchgesaftet und mit riesigen Kuhfladen übersät. Diverse Matschpassagen machten das Rennen zur reinsten Rutschpartie, speziell vom Chasseron (höchster Punkt) runter . Hier platzierte auch ich einmal meinen Allerwertesten in dem Matschmeer,……hmmmm, schön weich, ich könnte nicht behaupten dass ich mir weh getan hätte. Aber auch das war für etwas gut, denn hinterher erfreute sich der ein oder andere Zuschauer angesichts meiner verschmierten 4 Buchstaben.

Aus lauter Angst dass zu dem Formtief noch ein Hungerast hinzukommen könnte war ich unentwegt am Kauen. „Powerbar-Bar, die zünden immer“ ist normalerweise meine Devise……dann will ich mir lieber nicht ausmalen wie’s ohne die gelaufen wäre!
Aber ich konnte mich motivieren, denn am Abend stand uns das Trauzeugen-Essen bevor. Nein, wir wollten nicht unsere Trauzeugen essen sondern lecker mit ihnen essen gehen, also das was man normalerweise am Abend nach der standesamtlichen Trauung zu tun pflegt - aber was ist schon normal?!

Angesichts dieses kulinarischen Lichtblicks biss ich mich durch, erreichte irgendwann das Ziel und hatte mir meine Mahlzeit redlich verdient.

Im Ziel erfuhr ich dann sogleich dass meine Trauzeugin und Vereinskollegin Marion Hebding beim Marathon den 2. Platz in der Gesamtwertung erreicht hat. Das wird gefeiert! Warum z.B. nicht mit Champagner?

Chris war eine Woche nach seinem 6-Tage-Lauf in Antibes (2. Pl. U. 842 km) noch etwas geschädigt und begnügte sich mit dem 12-km Lauf – er kam lebend ins Ziel.

Nach der Siegerehrung feierten wir diese 3 Erfolge und 1 Hochzeitsfall und vergessen war die Quälerei.

Julia Fatton

übrigens.. was Julia verschweigt.. mit 8:18:44 h war sie als Gesamt-13. erste Frau im Ziel. So ganz schlimm kann das mit dem Champagner dann ja doch nicht gewesen sein....

                                         

 
 
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