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FG unterwegs: Nicole Benning beim Stromberg-Ultra Drucken E-Mail


9.5.2010 Stromberg Extrem in Ochsenbach

Eigentlich wollte ich nur zwei Wochen nach den 100 km von Kopenhagen nicht schon wieder ein Rennen laufen und schon gar keinen Ultra. Dumm nur, dass am Muttertagssonntag der erste Stromberg Extrem über knapp 55 km und 1.200 hm stattfand. Schon mit der Meldung für Kopenhagen wusste ich, dass ich hier in Gewissenskonflikte komme. Der Naturpark Stromberg ist mein Trainingsgebiet, ich wohne direkt am Fuße davon, kann auf den ersten Rücken dieser Wein, Wald- und Hügellandschaft schauen und kenne die meisten Wege wie meine Westentasche. Was mich nicht daran hindert, mich auf Neuerkundungen immer wieder mal zu verlaufen.

Seit längerem träume ich von einem UItra in dieser schönen aber auch fast unbekannten Gegend nord-westlich von Stuttgart. Jochen und ich hatten die Strecke dafür schon ausgetüftelt, der erste Testlauf mit ein paar freiwilligen Mitläufern hatte am 01.05.2009 stattgefunden. Dann kam der Kontakt mit dem TV Ochsenbach zustande, die von ihren Plänen eines Stromberg Ultras berichteten. Damit war für mich klar, da muss ich laufen!
Unsere eigenen Pläne verschwanden in der Schublade, die Strecke laufen wir weiterhin privat.

Wegen der Gewissenskonflikte wartete ich Kopenhagen ab und wollte nur in Ochsenbach laufen, wenn es mir nach den 100 km gut ging. Da dies der Fall war meldete ich mich schwupps an und freute mich schon wie ein Kind auf den Lauf durch die Heimat. Da ich mich samstags beim Rennsteig-Zuschauen und Rennsteig-Chauffieren schon ziemlich verausgabt hatte, war ich schon vor dem Start müde. Keine gute Vorbereitung auf einen Ultra, aber egal! Auch der starke Regen war keine Ausrede, pünktlich um 8 Uhr gings mit ca. 70 anderen los. Da ich die Strecke kenne, ließ ich es gemütlich angehen, der erste Berg war ja nicht weit. Auf die zahlreichen Fragen, was ich denn laufen wolle, konnte ich nur mit einem Schuttelzucken antworten. Keine Ahnung. Eben so, dass es einigermaßen flott ist und so, dass es mich nicht zu arg anstrengt. Vielleicht 100 km Renntempo. Der Regen begleitete uns eine ganze Weile, aber zum Glück liefen wir viel im Wald, da war es nicht ganz so nass. Kalt wars auch, meine Finger waren so klamm, dass ich kaum die Riegelverpackungen öffnen konnte. Ab und zu lief ich mit ein paar bekannten Gesichtern zusammen, doch meistens war ich alleine unterwegs, freute mich an den Wegen, an den Nebelschwaden über dem Baiselsberg und an den überaus freundlichen Strecken- und Verpflegungsposten (es schien so, als wären sie immer richtig glücklich, dass ein Läufer vorbei kommt). Die Aussichten, die man wegen des Nebels fast nicht hatte, stellte ich mir in meinem Kopf vor, denn ich habe ja das Glück, dass ich weiss, wie es da aussieht, ich schimpfte innerlich über diesen Matsch auf den Wegen und die nassen Füße bei der Wiesenquerung.

Mein Tempo war ok, immer so knapp über oder unter dem 5er Schnitt, je nach Topografie. Der Anstrengungsgrad hielt sich auch in Grenzen, aber ab km 40 begann mein linker Oberschenkel zu murren. Ich kenne dieses Gefühl, es tritt immer dann auf, wenn ich zu wenig für meinen Rücken getan habe und zieht dann schmerzend bis ins Knie. Na ja, 15 km gehen immer. Gefühlt wurde ich langsamer, der Blick auf die Uhr sagte etwas anderes, ich war noch immer - abgesehen von den Anstiegen - knapp über dem 5er Schnitt unterwegs und sollte es auch bis ins Ziel bleiben. Nach 4:41 h blieben die Uhren für mich stehen, ich hatte die Frauenwertung des 1. Stromberg Extrem gewonnen.
Juhu! Irgendwie wars dann wohl doch anstrengend gewesen, aber eine heiße Dusche und ein netter, dann sogar noch sonniger, Nachmittag mit vielen laufenden Bekannten und Zielverpflegung auf der Ochsenbacher Dorfstraße sorgten für eine schnelle Erholung. Nur die Schuhe, die sehen noch immer aus wie durch den Schlamm gezogen.
 

 
 
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