Zum 19. Mal wurde am vergangenen Sonntag der 50 Kilometer Ultramarathon von Eschollbrücken auf der von Harry Arndt vermessenen Strecke durchgeführt. Traditionell findet dieser Lauf immer Ende März statt und dient den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Auf- und Ausbau ihrer Form für kommende Ultraaufgaben.

So auch für die teilnehmenden Mitglieder der DUV-Fördergruppe. René Strosny wird in Kürze an einem Vierfach-Etappen-Marathon in Großbritannien teilnehmen, bevor bei seinem internationalen Einsatz für die DUV in Kopenhagen am 25. April endlich einmal die 7:30 Stundenmarke auf der 100 Kilometerstrecke knacken möchten. Um es vorweg zu nehmen. Nach dem Lauf in Eschollbrücken kann er mehr als zuversichtlich sein, dass sein Vorhaben klappt.
Ganz andere Ziele hat da Ralf Weis. Der amtierende Vizeweltmeister im 24-Stunden-Lauf hat nach dem Trans Gran Canaria Lauf („Das war nix für mich“) seine Vorbereitung auf die 13.Mai stattfindende 24 h IAU World Challenge in Brive/FRA ausgerichtet. Auch er dürfte nach seiner Leistung vom Sonntag sehr zufrieden sein.
Für mich selbst galt die Veranstaltung als ein wichtiger Testlauf für die 100 Kilometer von Kopenhagen und sollte eigentlich pulskontrolliert absolviert werden. Doch das konnte ich nicht vollständig umsetzen.
Im Männerfeld konnte man schon damit rechnen, dass wir Fördergruppler uns das Podium teilen könnten, obwohl Ralf vor dem Start eine Zielzeit von 3:55 h für sich angab. Typisches Understatement. Für René und mich sollte die Uhr nach 50 km schon möglichst unter 3:30 h stehen bleiben.
Bei den Frauen hatte sich die nationale Ultra-Spitzenathletin Martina Groß vom MTV Kronberg noch nachgemeldet. Die Läuferin, die in Biel bereits den zweiten Platz erreicht hat und eine Bestzeit über 100 Kilometer von deutlich unter acht Stunden aufweisen kann, war es nach einer langen, langen Verletzungspause der erste Ultramarathon-Versuch. Leider musste sie nach 25 Kilometern aussteigen.
Die äußeren Bedingungen waren wirklich nicht so einfach. Kurz nach dem Start ging ein kräftiger Regenguß für die richtige Begrüßung und bedeckte den ohnehin seifigen Untergrund mit vielen Pfützen. Später kam dann ein kräftiger böiger Wind auf, der einem das Leben bzw. das Laufen schwer machte. Wohl dem, der sich hinter einem breiten Rücken verstecken konnte. Für René und mich war das nicht unbedingt möglich, auch wenn wir den überwiegenden Teil der Strecke gemeinsam an der Spitze liefen. Bei Überholen auf dem kleinen Pfädchen im Wald musste man gelegentlich einen kleinen Ausflug in die angrenzenden Dornenbüsche in Kauf nehmen. Auch um die Sauberkeit der Laufbekleidung war es nach und nach schlechter bestellt. Dennoch sahen wir beim Überrunden immer wieder Kompressionssocken in strahlendem Weiß. „Wie machen die Leute das nur?“
Durch diese Bedingungen sah ich mein zeitlich Vorhaben stark gefährdet, denn bei 25 Kilometer liefen wir ziemlich genau mit 1:45 h über die Ziellinie. Also Pulsmessung ade und etwas beschleunigen. Ab 40 Kilometer war ich dann allein. In 3:28:31 h lief ich als erster über die Ziellinie, eine gute Minute vor dem Sachsenblitz. Wie kam das? „Ich wollte einem alten Mann auch mal einen Sieg gönnen.“ Diese Aussage, die René mit einem verschmitzten Lächeln abgab, werde ich an dieser Stelle nicht kommentieren. Da hätte er eigentlich auch noch Ralf den Vortritt lassen müssen, schließlich ist der noch betagter als ich. Ralf kam nach 3:45:36 h ins Ziel und war berechtigterweise sehr zufrieden. Eine sehr gute Zeit für einen 24-Stundenläufer, der allerdings auch auf der 100 Kilometerstrecke schon gute Ergebnisse erzielt hat.


Das Frauenrennen konnte ich nicht so gut beobachten. Nach dem Ausscheiden von Martina Groß siegte Bärbel Fischer, RTL Rodgau, die schon oft gute Platzierungen in Eschollbrücken erreicht hatte und nun mit 4:31:58 erstmals ganze vorne war. Kurz danach kam Deborah Deckert vom TV Schweinheim, die Deutsche AK50 Meisterin der DUV im 50 Kilometer-Lauf des vergangenen Jahres, ins Ziel. Dritte wurde Steffi Krieg von der LG MuLi.