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14.11.2004 6 h Troisdorf Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Olbrich   

6-Stundenlauf in Troisdorf, am 14.11.2004

Relativ kurzfristig nach dem Rothaarsteig-Marathon hatte ich mich dazu entschlossen, am Troisdorfer 6-Stundenlauf teil zu nehmen. Es war das zweite Mal, nach 2002, als ich dort mein 6-Stunden-Debut gelaufen bin. Außerdem ermöglichte mir die Teilnahme dort auch eine Wertung im DUV-6-Stunden-Cup. In Stein brachte ich es immerhin auf über 63KM und von daher wollte ich diesmal dann wenigstens noch 60KM hinzufügen.

Ich konnte die letzten beiden Wochen vorher nicht voll trainieren, da ich immer ein leichtes Zwicken in der rechten Achillessehne spürte. Die letzte Woche vor dem Lauf bin ich dann sicherheitshalber gar nicht gelaufen und habe mich mit Voltaren-Salbenverbänden und Magnetfeld „therapiert“.

Gegen 08:30 Uhr fuhr ich dann von zu Hause aus los und war bereits kurz nach 9 Uhr am Aggerstadion in Troisdorf. Als Einzelstarter hat man hier das „Privileg“, direkt auf dem Stadionparkplatz parken zu dürfen. Also Auto abgestellt und zur Startkartenausgabe. Auch hier wie gewohnt erstklassig organisiert und ohne große Wartereien die Startnummer empfangen und zurück zum Auto. Auf dem Weg trafen sich viele bekannte Gesichter und die Startliste versprach ein absolutes Spitzenfeld. So viele Titelträger im Ultramarathonsport waren wohl noch nie bei einem 6-Stundenlauf am Start. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig neidisch war und hoffe, dass wir beim nächsten Kölner 6- und 12-Stundenlauf, am 02.10.2005, ein ähnlich starkes Feld aufbieten können! Es waren über 200 Einzelstarter angemeldet und letztendlich waren über 180 Läufer/innen auf der Strecke.


Startkartenausgabe

Auch unser Kölner Ultrastammtisch war mit mehr als 8 Startern/innen am Start. Gisela und Karlheinz Kellert, Gabi Schwind, Dagmar Liszewitz, Udo Kamp und Kunibert Schmitz waren auf der Strecke, um nur einige zu nennen.

Pünktlich um 10 Uhr erfolgte der Start vor der Tribüne des Aggerstadions. In Troisdorf wird eine 2,5KM lange Runde gelaufen. Nachdem man von der Tartanbahn runter läuft, geht es aus dem Stadion heraus nach rechts in Richtung Wald, vordem Wald geht es wieder nach rechts auf eine „Deichkrone“ (die einzige Steigung, mind. 0,75 Hm+ pro Runde), wobei der Begriff „Deich“ vielleicht ein wenig übertrieben ist!J Auf dem Deich geht es etwa  700 Meter entlang, bevor es wieder auf der Straße/Bürgersteig, durch eine Siedlung in Richtung Stadion geht. Hier stehen mittlerweile eine Vielzahl von Häusern leer, da es sich um Häuser der Belgischen Armee handelt, welche mittlerweile fast alle Standorte in der BRD aufgegeben hat.


Ilona Schlegel und Wolfgang Mischollek

Beim Einlauf ins Stadion durchläuft man dann die schönste Örtlichkeit eines jeden Ultralaufes (zumindest ist das für mich so!), nämlich die Verpflegungsstation! Wie auch vor zwei Jahren in Form eines großen Zeltes. Alles, was das Läuferherz begehrt, Salzstangen, Waffeln, Äpfel, Bananen und sogar Kuchen. Zu trinken gab es ISO, Tee, Wasser und Cola und das beste, alles warm!! Also mal wieder vollkommen mängelfrei organisiert und auf die Temperaturbedingungen abgestimmt! Nach der VP erreicht man dann wieder die Tartanbahn und an der bekannten Wendemarke war wie immer die berühmte Puppe im MUTler-Outfit!

Ich wollte eigentlich einen ruhigen 6er-Schnitt angehen, was mir natürlich nicht gelang. Ich fühlte mich mal wieder super und ging einen Schnitt zwischen  5:15 und 5:20 Min./km an. Also deutlich zu schnell. Aber die Beine fühlten sich gut an, das Wetter war so, wie ich es mag, also um die 5-8°C und trocken, und die Achillessehne war nur leicht spürbar. Nach 2 Stunden hatte ich bereits über 22,5KM auf der Uhr und ich merkte immer noch nichts in den Beinen. Also beschloss ich, das Tempo so lange zu halten, wie es ging. Marathon wurde etwa in 3:46h durchlaufen und nach vier Stunden war ich bereits bei KM 44,5. Dann meldete sich allerdings doch noch meine Achillessehne und ich wurde sehr schmerzhaft daran erinnert, mal wieder übertrieben zu haben. Ich musste nun teilweise gehen und so langsam gerieten sogar die 60 KM in Gefahr, nachdem ich bereits auf die 65 geschielt hatte. Nach 5 Stunden biss ich noch mal auf die Zähne und konnte wenigstens wieder einen 6er-Schnitt halten und kam damit auf 61,180KM. Unzufrieden, da meine Beine heute deutlich mehr zu bieten hatten und Zufrieden, da ich als Ziel eigentlich nur die 60KM hatte. Also, was soll’s! Wieder geschafft, mehr erreicht, als geplant à also sei zufrieden!!


Udo Kamp

Bei den Männern machte Jochen Kümpel vom SV Blau-Gelb Dernau souverän das Rennen, mit 85,624KM. Der Deutscher Meister über 50KM und EM-Dritte über diese Distanz machte hier sein erstes Rennen über die 50KM-Distanz hinaus! Zweiter wurde der 100KM-Spezialist Jörg Hooß, vom LTF Marpingen mit 82,842KM und knapp dahinter Michael Becker von der LG Leipzig Grünau mit 82,573KM.

Bei den Damen gewann ebenfalls souverän die Deutsche Meisterin über 100 KM und EM-Dritte über 100 KM, Tanja Hooß, von der LTF Marpingen mit 75,041KM, vor der 24-Stunden-Spezialistin Ilona Schlegel, von Melpomene Bonn mit 72,066KM. Dritte wurde Vielstarterin Anke Drescher vom SSC Hanau Rodenbach mit 71,640KM.

Nach dem Duschen ging es dann zur anschließenden Siegehrung in die Cafeteria. Übrigens auch diese mit Würstchen, Suppe, belegten Brötchen, etlichen Kuchen und allerlei Getränken hervorragend bestückt und mit unschlagbar läuferfreundlichen Preisen! Hier erfolgte der einzige Faux Pas von Seiten des Veranstalters! Der Strom in der Halle fiel aus!J Jetzt wußte auch jeder, warum auf den Tischen so viele Teelichter aufgestellt waren! Aber auch diese Situation ohne Licht und Mikrofon meisterte Uli Knab in gewohnt lockerer Manier und moderierte kurzentschlossen mit Taschenlampe und lauter Stimme! Nach 10 Minuten war dann wieder alles geregelt und die Siegehrung fand in üblicher guter Qualität statt!

Hier durfte ich dann auch vollkommen unvorbereitet mitwirken. Nein, ich habe natürlich nichts gewonnen. Keine Angst, damit werde ich nicht anfangen!J Ich sollte als frisch gewählter DUV-Sportwart bei der Siegerehrung des 6-Stundencups mitwirken.

Hier gewann bei den Männern Rainer Koch von der LG Würzburg mit 155,817KM vor dem alten und neuen DUV-Präsidenten Volkmar Mühl vom TV Gelnhausen mit 154,501KM. Dritter wurde Karl Graf von der VfB Alem. Pfalzdorf mit 152,037KM.


v.l. Volkmar Mühl, Rainer Koch, Karl Graf

Bei den Damen gewann Ulrike Kullnick vom VSV Grenzland, mit 131,687KM, vor Sabine Strotkamp von der LG Kreis Ahrweiler, mit 130,283KM. Dritte wurde Marianne Dahl von der TSG Großburgwedel, mit 127,359KM.


v.l. Sabine Strotkamp, Ulrike Kullnick, Marianne Dahl

Alle weiteren Informationen sind zu finden unter: www.marathon-ultra-team.de!

Den Organisatoren Sabine Schäfer und Uli Knab, sowie besonderes allen anderen Helfern an und um die Strecke herum, vor allem aber an der Verpflegung J meine Dank und meine Anerkennung. Ich konnte mir für unseren Lauf wieder einige Anregungen holen!

Bericht erstellt von DUV-Sportwart Wolfgang Olbrich-Beilig am 16.11.2004

 
 
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