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Krämpfe nach 30 von 50 km - Berlin-Brandenburger beim Langstrecken-Klassiker erfolgreich
Ein Bericht vom 100-km-Klassiker Grünheide von Ernst Podeswa
Kienbaum. Fünf dänische Starter und ein Franzose gaben dem 26. 100-km-Lauf von Grünheide-Kienbaum am Sonnabend 25.3.2006 ein bisschen internationales Flair. "Wir haben die Startmöglichkeit hier bei Berlin übers Internet gefunden", erzählte Pia Hougaard aus Aarhus über den Ausflug des von ihr betreuten Quintetts. Alle, einschließlich ihres Mannes Gert, wollten die 100 km unter 10:30 Stunden absolvieren. Das gelang trotz Kälte, Regen, hoher Luftfeuchtigkeit. Warum das Limit? "Das ist die Qualifikation für den Spartathlon zwischen Sparta und Athen über 246 km." Stephan Mathiew aus Paris war als Zweiter über 100 km (8:57:14) deutlich schneller als die Dänenclique.
Trotz der ausländischen und bundesdeutschen Konkurrenz spielten die Starter aus Berlin-Brandenburg, die bei 39 Teilnehmern (28 im Ziel!) im Hauptrennen die Hälfte des Feldes stellten, eine gute Rolle. So gewann der Neuenhagener Jan Prochaska, der für die LG Nord Berlin läuft, die 100 km (8:23:30). Dritter war mit 8:57:20 Michael Hopp von Lok Seddin. Bei den Frauen diktierte Daniela Dilling, Ärztin aus Bad Freienwalde, bis jenseits der 50 km das Geschehen, musste aber dann den Extremanforderungen durch Strecke und Wetter Tribut zollen. Sie wurde mit rund vier Minuten Rückstand auf Ute Keller-Hoffmann (Landau/11:05:57) Zweite.
Mehr als 70 Aktive (Gesamtstarter rund 150) hatten sich für die nationalen Meisterschaften der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV) über 50 km eingeschrieben. Schnellste Frau war nach 4:22:07 Stunden die Potsdamerin Ute Wollenberg (ESV Lok). "Ich musste ein halbes Jahr pausieren und wusste wenig über meine Form und die Gegnerschaft. Am Ende bin ich zufrieden, trotz krampfartiger Beschwerden in den Oberschenkeln ab 30 km gewonnen zu haben." Ihr Hauptziel in dieser Saison ist im Mai der Isar-Lauf über 330 km an fünf Tagen.
Ihr Meisterkollege über 50 km, Sven Kersten (SCC Berlin), hatte sich anfangs im Tempo etwas zurück gehalten und übernahm erst nach 40 km die Spitze. Sein Sieg nach guten 3:17:03 Stunden war ungefährdet. "Nun möchte ich bei den Deutschen Meisterschaften über 100 km Ende April in Hanau aufs Siegerpodest und mich dadurch für die Nationalmannschaft und die Europameisterschaften im Juni in Belgien qualifizieren", erklärte der Hausmeister aus Berlin. Mit einer Bestzeit von 7:25 Stunden über 100 km ist er momentan - auch nach dem Eindruck von Kienbaum - einer der stärksten Deutschen auf der Langdistanz.
Übrigens hielten sich die Vertreter der DUV-Spitze überaus wacker. Geschäftsführer Jürgen Köllner (Berlin) kam in der AK M 55 nach 4:47:18 ins Ziel - Statistiker Jürgen Schoch (Forstenrieder SC) zählte in der AK M 40 mit 3:42:48 zu den ganz Schnellen.
In der Staffel über 5x 10 km setzte sich der LC Ron Hill Berlin (3:31:17) durch. Dabei gab es eine bemerkenswerte Familienstaffel aus Landau: Vater Alex Hoffmann (51) teilte sich die Aufgabe mit Tochter Marlene (21) sowie den Söhnen Florian (29) und Moritz (22). Weil die Vierte im Bunde, Mutter Ute Keller-Hoffmann (52) ja über 100 km erfolgreich war, mussten Moritz und Florian je 15 km unter die Schuhe nehmen. "Es war hier zugleich ein Familientreffen", erzählte Florian, denn er wohnt mittlerweile in Hamburg, Moritz in Kaiserslautern und Marlene in Stuttgart. Wenn auch das Wetter nicht mitspielte, wäre eine Wiederholung des Treffs beim Langstreckenklassiker "durchaus denkbar".
Alles in allem war es ein Wettkampf auch mit den Wetterunbilden (Regen, Kälte, dann wärmer und regenfrei, dann Dauerregen, Schnee- und Eisreste am Rande, der See am Bundesleistungszentrum noch dick zugefroren). Gesamtleiter Gert Schlarbaum bedankte sich herzlich bei den rund 50 ehrenamtlichen Helfern aus Kienbaum, Grünheide, Strausberg, Berlin und erwägt sogar eine Bewerbung um die Ausrichtung der Deutschen 100-km-Meisterschaft am 24. März 2007 auf der 5-km-Runde. "Der Boden war besser zu laufen als vermutet", lobte 50-km-Gewinner Sven Kersten die Anstrengungen der Organisatoren.
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Start früh um 7 der 100 km. Links Starterin Liselotte Fitzke, Bürgermeisterin von Grünheide.
Foto Mike Franke
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