6/12-Stundenlauf in Fellbach/Schmiden am 16. Juni 2007
von Gabi Leidner
Parallel zu Biel und der 24 h-DM in Scharnebeck fand im baden-württembergischen Fellbach, Ortsteil Schmiden, der 14. internationale 6- und 12 h-Lauf statt. In den Lauf eingebettet sind auch Staffelwettbewerbe über dieselbe Zeit.
26 SportlerInnen, die sich an die 12 h wagten und 23, die die 6 h liefen, fanden den Weg nach Schmiden. Und wider andere Erwartungen wegen der starken Veranstaltungskonkurrenz waren es nicht die schlechtesten, die sich hier einfanden, um auf einer von Harry Arndt vermessenen 2.090 m langen Strecke ihre Runden zu drehen.
Morgens um 8 Uhr wurden die 12-Stündler vom Bürgermeister auf die Strecke entlassen und Elke Streicher (KSG Gerlingen) sowie Nikolaos Adam (IGL Reutlingen) legten von Anfang an gemeinsam ein Höllentempo vor. Beide waren mit dem Plan gekommen, mehr als 130 km zu laufen und taten sich zu diesem Zweck zusammen. Aber beide hatten die Rechnung ohne die Höhenmeter gemacht. Die Runde von Fellbach bietet sich aus gleich mehreren Gründen eher nicht als Bestleistungsstrecke an: zum Einen sind da zwei kräftige Anstiege mit den dazugehörigen Gefällen. Dann ist die Strecke, die zu ca. 2/3 zwischen Korn- und Maisfeldern verläuft, 300 m Tartanbahn beinhaltet und den Rest an der Straße entlang führt, sehr windanfällig. Und außerdem ist sie 100% schattenfrei.
Die Temperaturen waren zum Glück aller Beteiligten erträglich, aber der Wind machte die Sache nicht gerade leicht. Gegen 11 Uhr, die 6 h-Läufer waren gerade eine Stunde unterwegs, regnete es leicht, aber nur kurz, was der guten Stimmung auf und an der Strecke keinen Abbruch tat.
An den drei Stellen, an denen man durch Nutzung eines Querwegs hätte abkürzen können, standen den ganzen Tag über Streckenposten, im Stadion sorgten ein Sprecher und Musik für gute Laune und Unterhaltung und um 13 Uhr gab es für alle Sportler, egal ob Einzel- oder Staffelläufer, kostenlos Spaghetti mit zwei verschiedenen Soßen. Die Versorgungsstelle ließ keine Wünsche offen.
Hinter Elke und Nikolaos bildete sich anfangs eine vierköpfige Verfolgergruppe, bestehend aus Jochen Höschele (EK Schwaikheim), Peter Gründling (LC Bad Dürkheim), Jürgen Baumann und Friedemann Hecke (Vfl Ostelsheim). Zuerst setzte sich Jochen Höschele ein wenig nach vorne ab und dann schob sich Johann Delp (OMS Bad Windsheim) zwischen ihn und die nun leicht auseinanderfallende dreiköpfige Gruppe dahinter.
Nach etwa vier Stunden zündete dann Dietmar Mücke (www.laufmalwieder.de) den Turbo und hatte sich schnell in die Top5 hineingelaufen. Nach 10,5 h und 100 Laufkilometern zog er es aber vor, der Gemütlichkeit zu frönen und wurde so am Ende 9.
Nikolaos Adams hatte sich für die falschen Schuhe entschieden, auch er beendete das Rennen vorzeitig, mit 91,964 km wurde er 12.
Friedemann Hecke war angetreten mit dem Plan, für Erkrath 120 Trainingskilometer zu sammeln. Schnell merkte er, daß er seinen persönlichen Rekordlauf von Basel noch nicht vollständig weggesteckt hatte und gab sich mit 75,243 km zufrieden.
Jochen Höschele und Johann Delp liefen weiter an der Spitze, der Windsheimer kam dem Schwaikheimer nach 10 h mal bis auf ½ Runde nahe. Am Ende behauptete Jochen seine Führung. Für 125,734 km bekam er neben Pokal und Medaille auch noch einen € pro gelaufenem Kilometer. Johann lag letztlich mit 122,935 km mehr als eine Runde zurück.
Hinter den beiden entwickelte sich in der letzten Stunde ein spannender Dreikampf zwischen Peter Gründling, Jürgen Baumann und Anton Kitzinger (SV Deuchelried), die zudem noch alle drei der M50 angehören, also nicht nur um den dritten Gesamtplatz sondern auch noch um den AK-Sieg kämpften. Am Ende hatte Peter die besseren Reserven und konnte den Abstand zwischen sich und seinen Konkurrenten sogar noch leicht vergrößern. 116,293 km stehen für ihn zu Buche. Zwischen Jürgen und Anton entschieden bei gleicher Rundenzahl nur die Restmeter. 113,635 für Baumann und 112,943 für Kitzinger waren das Ergebnis.
Die beiden ältesten Teilnehmer, Dr. Bodo Fendler (DUV, Jhg. 1936) und Viktor Adamczyk (SC Prinz Eugen München, Jhg. 1934) trennten nach 12 h ganze 79 m, sie liefen und wanderten 71,614 bzw. 71,635 km.
Elke Streicher hatte nach den ersten schnellen Runden mit Magenkrämpfen zu kämpfen und mußte abreißen lassen. Mit Gehpausen und motiviert durch Aufmunterungen ihrer Mitläufer biß sie sich aber durch, beendete den Wettkampf nach 11 h und 104,505 km als erste Frau – die Probleme des Vormittags hatten sie geschwächt und da sie nach hinten abgesichert war, ließ sie es dabei bewenden. Außer ihr war nur noch eine Frau auf der Strecke: Ramona Theil vom ausrichtenden TSV Schmiden, die den Lauf mit 80,769 km beendete.
Zwei Stunden nach den 12 h-Läufern wurden die 6 h-Läufer auf die Strecke geschickt. Nicole Benning (EK Schwaikheim) lief bei ihrem ersten 6 h-Lauf von Anfang an auf Sieg. Mit 66,509 km hatte sie fast genau 10 km Vorsprung vor Ingrid Lange (IGL Reutlingen, 56,586 km). Sonja Schlumpberger (SSV Steinach) lief als dritte von fünf Frauen 51,682km.
Spannender ging es bei den Männern zu. Marian-Jan Olejnik setzte sich sofort von seinen Konkurrenten ab, konnte aber das hohe Anfangstempo nicht halten und gab nach etwa vier Stunden die Führung an DUV-Chefstatistiker Jürgen Schoch (Forstenrieder SC) ab. Bis zum Schluß lagen die beiden nicht ganz eine Runde auseinander, Jürgen siegte mit 74,351 km gegenüber 72,683 km für Marian-Jan. Dritter im Treppchenbund war Martin Böttle (SV Winnenden) mit 69,693 km. Alle Drei laufen in derselben Altersklasse M40.
Die Schmidener um Helmut Bürkle haben eine runde Veranstaltung organisiert, die Ergebnisse des 6 h-Laufs gehen auch noch in die DUV-6 h-Cupwertung ein. Es wäre ihnen zu wünschen, daß sich im nächsten Jahr mehr Teilnehmer einfinden, um hier Kilometer zu sammeln. Vielleicht findet sich ja ein Termin, der keine so hochkarätigen Konkurrenzveranstaltungen auf dasselbe Datum vereinigt.
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