DUV - Deutsche Ultramarathon Vereinigung e.V.
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Bericht von den Dt. Meisterschaften im 24-Stundenlauf Imprimir Correo electrónico
Escrito por Dr. med. Stefan Hinze   
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21. Deutsche Meisterschaften der DUV im 24-Stundenlauf 2009 in Stadtoldendorf

Am 20. – 21.06.2009 fanden in Stadtoldendorf im Weserbergland (Niedersachsen) die 21. Deutschen Meisterschaften der DUV im 24 Stundenlauf statt.

Nach vielfältigen Querelen im Vorfeld der Veranstaltung starteten am 20.06. um 13:30 Uhr 115 Teilnehmer/innen auf den 2069 Meter langen Rundkurs. Dieser wurde extra für die Deutschen Meisterschaften der DUV neu geschaffen. Es wurde dafür ein zweiter Ausgang aus dem Jahnstadion hergerichtet und 2 Behelfsbrücken gebaut. Sogar eine neue Umgehungsstrasse wurde extra für die Deutschen Meisterschaften über den gesamten Zeitraum voll gesperrt. Über Nacht wurden die Bereiche der Laufstrecke durch das THW beleuchtet, die über keine ausreichende Ausleuchtung durch vorhandene Straßenlaternen verfügten. Alles in allem also eine tolle und aufwändige Vorbereitung durch die Organisatoren um den Förderverein Sportanlagen für Stadtoldendorf e.V. (FSS). Die Gesamtleitung der Veranstaltung lag bei Hans-Jörg Göricke. Dieser gewaltige Aufwand kann nur dann betrieben werden, wenn, wie in Stadtoldendorf alle Ortsvereine, die Stadt selber und die dort angeschlossenen Hilfsorganisationen, wie THW und DRK an einem Strang ziehen. Wie sehr würde man sich solch ein Engagement andernorts wünschen!

Michael Hilzinger 1. Mann Michael Irrgang 2. Mann Patrick Hösl 3. Mann

Am Start standen zahlreiche Spitzenathleten/innen sowie die ambitionierten Breitensportler im 24 Stundenlauf. Auch die beiden Deutschen Meister des Vorjahres, Jan Prochaska von der LG Nord Berlin und Marika Heinlein vom FC Geesdorf waren angetreten, um ihre Titel zu verteidigen.

Der Rundkurs selber wies pro Runde einen Höhenunterschied von ca. 10 Metern auf, was sich bei 100 Runden somit auf ca. 1000 Höhenmeter summiert. Durch eine steile Rampe hinunter zum Stadion und eine schwer zu laufende Brücke hinaus aus dem Stadion war die Strecke sicherlich nicht einfach und die dort erlaufenen Leistungen sind somit zusätzlich noch mehr aufzuwerten.

Gleich zu Beginn setzen sich Wolfgang Schwerk vom SCMT als Inhaber des Deutschen Rekords über 24 Stunden sowie Michael Irrgang von der Troisdorfer LG M.U.T. und Jan Prochaska an die Spitze. Nach wenigen Runden ließ sich Jan ein wenig zurückfallen, damit er sein eigenes Tempo laufen kann. Kurz dahinter lief ebenfalls ein 24 Stundendebütant ein gleichmäßiges Rennen, Michael Hilzinger von der frisch gegründeten (2008) LG DUV e.V.

Marika Heinlein 1. Frau Antje Krause 2. Frau Gaby Grohmann 3. Frau

Bei den Frauen übernahm Antje Krause, Ultra Sport Club (USC) Marburg, die Führung. Umso erstaunlicher, da es Antjes erster Versuch über diese Strecke war. Ihr auf den Fersen blieb jedoch Marika. Auch gut dabei von Anfang an war Simone Stegmaier von der LG Nord Berlin und Gabriele Grohmann von der Troisdorfer LG M.U.T. Ilona Schlegel vom Melpomene Bonn wollte nach längerer berufsbedingter Abstinenz wieder auf ihrer Paradestrecke, den 24 Stunden, auftrumpfen.

Neben der Strecke spielte aber leider das Wetter den Athleten/innen zum Teil übel mit. Angenehme Temperaturen waren zwar vorhanden, aber das war leider auch schon alles, was Petrus an schönen Dingen für die Läufer/innen bereit hielt. Ein ständiger Mix aus Sonne, starkem Wind und eine Vielzahl von unterschiedlich starken Regenfällen wechselten sich ab und machten es nicht unbedingt einfacher für die Teilnehmer/innen.

Die Streckenführung, das Wetter und natürlich auch das ein oder andere Zipperlein führten dazu, dass sich im Laufe der Nacht der/die ein oder andere Athlet/in neue Ziele stecken musste/n.

Wolfgang Schwerk, bis dahin als Favorit gehandelt, wurde nur wenige Tage vorher an den Zähnen operiert und musste deswegen aussteigen. Ilona Schlegel bekam ebenfalls Probleme, wollte aussteigen, wurde aber von Elke nicht ins Dilledöppchenzelt gelassen und zurück auf Strecke geschickt. Weisungsgemäß lief sie wieder los und setzte sich das Ziel, einfach 24 Stunden auf der Strecke zu bleiben.

Leider musste auch Titelverteidiger Jan Prochachska im Lauf der Nacht aussteigen, weil er massive Knieprobleme bekommen hatte. Somit war der Weg für Michael Irrgang frei und er schien überhaupt keine Ermüdungserscheinungen zu haben. Locker und immer freundlich überholte er und der Sieg schien ihm kaum mehr zu nehmen sein. Wenn da nicht der oben bereits kurz erwähnte Michael Hilzinger gewesen wäre! Michael H. lief nach den Ausstiegen auf Rang 2 und spulte Runde um Runde vollkommen gleichmäßig ab. Er machte keinerlei Pausen und lag ständig ganz knapp unter einem 6er-Schnitt. Und dann passierte es doch. Michael I. wurde ca. 3-4 Stunden vor Schluss langsamer, musste teilweise sogar kurze Stücke gehen. Michael H. dagegen behielt seine Geschwindigkeit bei. Er sah immer noch total locker aus. Mittlerweile hatten natürlich auch die Zuschauer und Teilnehmer/innen mitbekommen, dass es wieder vollkommen offen war um den Titel des Deutschen Meisters. Wer war das, der da so locker und gleichmäßig Runde um Runde wieder gut machte und sich anschickte Michael Irrgang doch noch vom 1. Platz zu verdrängen?

Michael I. hielt natürlich dagegen. Trotz der Konkurrenz hat Michael natürlich auch den anderen Michael (H.) immer wieder motiviert. Das ist Sportsgeist, wie man ihn glücklicherweise beim Ultramarathonlauf häufig findet!

Alfred Schippels 1. M75 Norbert Madry 1.M55 und Patrick Hösl Ralf Ernst 1. M 50

Und irgendwann war es dann soweit. Michael Hilzinger überholte Michael Irrgang und war fortan an der Spitze. Und er sollte es bis zum Schluss bleiben! Michael Hilzinger von der LG DUV e.V. wurde mit einer auf dieser Strecke deutlich höher zu wertenden Leistung von 244,040 km Deutscher Meister der DUV im 24 Stundenlauf 2009! Vor Michael Irrgang von der Troisdorfer LG M.U.T. mit 236,431 km (neue PB) und Patrick Hösl aus Berlin mit 233,481 km. Patrick lief ebenfalls ein gleichmäßiges Rennen und hatte nie ernste Probleme. Auch er wurde eigentlich erst in den letzten Stunden so richtig bemerkt, nachdem man aus dem Staunen über die bis dahin erreichte Strecke und derzeitige Platzierung nicht mehr herauskam!

Margitta Schneider 1. W 60 Simone Stegmaier Conny Bullig

Der zweikampf an der Spitze des Frauenrennens verlief noch dramatischer als bei den Männern. Antje Krause bewies eine ausgezeichnete Form und verteidigte ihre Führungsposition bis 3 Stunden vor Schluss. In dieser Phase hatte sie eine kurze Schwächeperiode zu überstehen, die von der gleichmäßig laufenden Marika zum Führungswechsel genutzt wurde.  Nun schien die  Meisterschaft entschieden, aber Antje erholte sich und setzte zu einem fulminanten Schlussspurt an und musste sich am Ende um die Winzigkeit von 1,2 km Marika beugen. Marika zeigte keine Schwäche und siegte mit einer Leistung von 209,871 km als Gesamtvierte! Antje kam auf hervorragende 208,668 km vor der von Michael Irrgang trainierten Gabriele Grohmann mit 202,339 km! Wahnsinn, gleich zwei 24 Stundennovizinnen mit deutlich über 200 Kilometern.

Mit Ralf Ortwin Ernst von der LG Neiße, Norbert Madry von Blau-Gelb Marburg und Hubert Karl vom TV 1884 Zeil kamen 4 weitere Läufer über die 200 Kilometermarke!

Auch besonders herauszuheben ist die Leistung von Simone Stegmaier von der LG Nord Berlin, die mit 194,905 Km eine neue persönliche Bestleistung lief und das auf der schweren Strecke!

Aber damit noch lange nicht genug. Es gab noch zwei weitere Damen, die ganz besondere Leistungen brachten. Zum einen Renate Hofmann vom 1. WV Wunstorf, die mit 143,505 km einen neuen Deutschen Rekord in der Altersklasse W 70 aufstellte.

Regina Berger-Schmitt 1. W 50 Weltrekordlerin Marianne Dahl W 65 Dt. Rekordlerin Renate Hofmann W 70

Für den Höhepunkt der Veranstaltung sorgte jedoch Marianne Dahl, die mit 176,519 km nicht nur den Deutschen Rekord in der W65 um ca. 30 Kilometer (!!) verbessert, sondern mit dieser Leistung hat Marianne einen neuen Weltrekord in der Altersklasse W65 aufgestellt! Und wer das mit ansehen durfte, der war schlichtweg zutiefst gerührt, wie Marianne das geschafft hat! Einfach beeindruckend!

Von der DUV Fördergruppe Leistungssport waren noch Bertram Wagenblatt und Josef Willerich am Start, die leider beide mit starken Problemen muskulärer Art aussteigen mussten. Cornelia Bullig kam trotz ihrer immer noch bestehenden Probleme auf sehr gute 162,351 km und konnte damit in der W50 den Vizemeistertitel erringen. Und sie hat schon angekündigt, sich zeitnah weiter steigern zu wollen!

Zur Siegerehrung hatte Petrus dann doch noch Erbarmen. Diese wurde auf dem Sportplatz bei strahlendem Sonnenschein durch DUV-Ehrenpräsident Harry A. Arndt vorgenommen, was einen mehr als würdigen Abschluss unserer Meisterschaften darstellte.

Als Resümee kann man nur ziehen, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg war und eine Werbung für den Ultramarathonlauf gewesen ist. Der ganze Aufwand und Ärger im Vorfeld hat sich dafür gelohnt. Die Ultraläufer/innen in Deutschland sind und bleiben „eine starke Gemeinschaft“!

Wir gratulieren allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen zu ihren Leistungen!

Die Ergebnisse findet ihr hier.

Mit sportlichen Grüßen

Wolfgang Olbrich, Sportwart, 06/2009

Fotos von Sigi Bullig

 

 

Die neuen Deutschen Meister im 24 Stundenlauf 2009
Männer
Gesamt
Michael Hilzinger
LG DUV e.V.
244.040 km
Junioren
Pascale Watermann
139.522 km
M35
Patrick Hösl
233.481 km
M40
Ralf Ruppert
LG Oelde/Wadersloh
198.466 km
M45
Michael Hilzinger
LG DUV e.V.
244.040 km
M50
Ralf-Ortwin Ernst
LG Neiße
204.360 km
M55
Norbert Madry
LG Kreis Ahrweiler
203.375 km
M60
Peter Hanke
MTV Jahn Schladen
177.771 km
M65
Harald Petersen
LTV Kiel-Ost von 1989
187.196 km
M70
Alfred Schippels
TuS Holtenau
169.122 km
Frauen
Gesamt
Marika Heinlein
FC Geesdorf/LT Geesdorf
209.871 km
W35
Antje Krause
USC Marburg
208.667 km
W40
Gabriele Grohmann
Troisdorfer LG M.U.T.
202.339 km
W45
Marika Heinlein
FC Geesdorf/LT Geesdorf
209.871 km
W50
Regina Berger-Schmitt
LSG Karlsruhe
179.818 km
W55
Ursula Jedele
LT Bietigheim
113.270 km
W60
Margitta Schneider
DUV
147.425 km
W65
Marianne Dahl
TSV Sibbesse
176.519 km WR
W70
Renate Hofmann
1. WV Wunstorf
143.505 km DR
Mannschaften
Wolfgang Jezek
Männer
Jürgen Baumann
EK Schwaikheim
553,044 km
Reinhold Lamp
Reinhold Lamp
M35-M45
Gert Heinrich
EK Schwaikheim
477,817 km
Norbert Rößler
Wolfgang Jezek
M50+
Jürgen Baumann
EK Schwaikheim
536,757 km
Gerhard Bracht
Gabriele Grohmann
Frauen
Sabine Schäfer
Troisdorfer LG M.U.T.
528,321 km
Elke Dörnfeld
Gabriele Grohmann
W35+
Sabine Schäfer
Troisdorfer LG M.U.T.
528,321 km
Elke Dörnfeld

 

 
 
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