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Franziska Gaebell Print E-mail
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Franziska Gaebell: Zwanzig Mal erfolgreich in Biel

Biel, den 10.06.2006:

Als 67. der Frauenwertung des traditionellen 100 km Laufes kommt eine Läuferin in 12:42.30 h ins Ziel, die diese schwere Prüfung nun bereits zum 20. Mal erfolgreich bestanden hat. Es ist Franziska Gaebell, geboren am 20.08.1949 in Schöneck.

Vermutlich ist sie vielen unter dem Namen Franziska Lüttgen noch besser bekannt. Natürlich, sie gehörte schließlich zu den Gründungsmitglieder der DUV im Jahr 1985 – unter anderen zusammen mit einem gewissen Dr. Heiner Gaebell.

Aus beiden wurde so etwas wie das Laufpaar des deutschen Ultramarathons. Fast bei jedem Wettkampf gingen und gehen beide gemeinsam an den Start und unterstützen sich gegenseitig. Lediglich bei den ganz langen Ultraläufen fungiert Heiner als Betreuer für seine Partnerin und spätere Frau.

Es fällt nicht leicht, dievielen sportlichen Erfolge Franziskas aufzulisten. Erst spät kommt sie zum Laufen. Von Heiner infiziert durch das Laufvirus, beginnt sie im Mai 1982 mit dem Training und startet im November erstmals bei einem Wettkampf über 25 km in Griesheim. Ein Jahr später stellen sich dann auch die ersten Erfolge ein. Der Premiere auf der Marathondistanz 1983 in Höchst in 3:49 h folgt dann im selben Jahr das 100 km Debüt in Vogelgrün/Elsaß, das die talentierte Frau prompt als siegreiche Frau in 11:07 h beendet.

Diese Leistungen erhöhen Franziskas Begeisterung für den Laufsport. Als Mitglied des SSC Hanau-Rodenbach nimmt sie 1984 an von Harry Arndt organisierten Europastaffel von Rodenbach nach Padborg/Dänemark teil. In den Medien wird durch dieses Ereignis erstmals der Ultramarathonlauf  in großem Maße wahrgenommen.

Für Franziska gibt es nun kein Halten mehr. Die immense Freude, die ihr Laufen macht, führt zu zahlreichen Teilnahmen an (Ultra-)Marathonläufen. Dabei kommen 71 Marathonläufe zusammen. 42 mal sind es die 100 km und bei 9 Läufen geht es über diese Distanz hinaus.

Immer wieder wird ihr klar, dass sie aus Spaß an der Bewegung und wegen des Naturerlebnisses läuft. Selbstverständlich führt auch die Hochzeitsreise zu einem Marathon ins Médoc.

Als Arzthelferin Heiners Kinderarztpraxis müssen beide mit drei Wochen Urlaub im Jahr auskommen. Dieser wird dann auch zu Wanderungen und Berg- und Hochtouren im Wallis genutzt. Oft sind sie nachts noch unterwegs, wenn sie von einem Lauf kommen, um pünktlich um 7:30 Uhr den ersten kleinen Patienten empfangen zu können.

Von Verletzungen ist Franziska verschont geblieben. Solides Training, vernünftige Zielsetzungen und das regelmäßig praktizierte Yoga haben dazu beigetragen. 

Dann ist da noch Biel. Dieser Lauf stellt für Franziska immer wieder die Herausforderung schlechthin dar. Zwischen 1984 und 2006 kommen ihre Teilnahmen zustande. Ihre Bestzeit rührt aus dem Jahr 1994 mit 10:35 h. Als sie 2006 in Biel einläuft, soll das ihr letzter Lauf hier sein. Hoffentlich war das nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit. Ich wünsche mir, eine so herzliche und hilfsbereite Sportlerin wie Franziska noch lange treffen zu können. Eine wahre Bereicherung für unseren Sport.

Bestleistungen:
100 km Strasse 9:44 h Rodenbach 1987
100 km Bahn 10:28 h Ronneburg 1986
100 Meilen 20:50 h Augsburg 1991
24 Stunden 186,182 km Köln 1992
48 Stunden 262,971 km Köln 1994

Dr. Stefan Hinze 02/07

 
 
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