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Bericht von Michael Irrgang, 5.9.2013

Das fünfte DUV-Trainingslager fand vom 29.8. bis zum 1.9.2013 in Oberhof in Thüringen statt. Es richtete sich an erfahrenere Ultraläufer und war damit eine Ergänzung zum Grundlagen-Trainingslager in Berlin Ende März. Gekommen waren 24 Teilnehmer; nicht nur Läuferinnen und Läufer aus allen Leistungsbereichen, sondern auch begleitende Nicht-Läufer.

Neues Thema, neue Vorträge, neue Programminhalte, neues Haus, neue Leute – viel Arbeit vorher und eine anspannende Ungewissheit, wie es wohl werden wird. Um mit einer Zusammenfassung zu beginnen: Das Wetter war super, die Leute und die Stimmung bestens; wir haben viel Sport gemacht, viele Erfahrungen und Kenntnisse ausgetauscht und vor allen Dingen viel Spaß gehabt. Ich glaube, wir hatten noch nie so viel gelacht wie diesmal!

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Gruppenbild mit Mirko Leffler, Kerstin von Scheidt, Herbert Weingärtner, Bernhard Munz, Sean Libuda, Dietmar Korntner, Karin Hauser, Sylke Weingärtner, Günther Weitzer, Martina Stumpf-Irrgang, Christian Moor, Margit Messerer, Benedikt Strätling, Dirk Kiwus, Dirk Walprecht, Michael Irrgang, Anke Libuda, Jeanette Schellöh, Birgirt Schellöh. Es fehlen Natascha Bischoff, Dirk Müller, Stu Thoms, Silvio Schweinsberg und Marlene Papritz.

 

Bereits am Donnerstag wurde in dem einleitenden Vortrag anhand von zwei Fallbeispielen erläutert, wovon ein erfolgreicher Wettkampf abhängt: Dass das sportliche Training viel mehr als nur Laufen ist und die spezielle Vorbereitung auf einen Wettkampf ebenso viele kritische Komponenten umfasst, wie der Wettkampf selbst. Viel Potential also, um „besser zu werden“!

Der Freitag begann noch vor dem Frühstück mit einem Lauf über den Rennsteig. Bei dem Wetter ein wahrer Genuss!

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Birgit, Natascha, Herbert, Günther, Kiwi, Christian, Dirk, Bernhard und Benedikt stellten sich beim morgendlichen Lauf dem Fotografen.

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Unsere Gruppe bewohnte exklusiv unser Tagungshaus, was sehr angenehm war. Ein Bild vom Frühstück.

Vormittags gab es zunächst ein wenig Theorie zum Athletik-Training, bevor der praktische Teil folgte.

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Die Gruppe beim Athletik-Training.

Eine Besonderheit in Oberhof war, dass sich viele der Teilnehmer mit interessanten Vorträgen einbrachten. So übernahm Natascha Bischoff am Nachmittag das Thema Krisen und erläuterte anhand von kleinen Beispielen nicht nur die Problematik, sondern gab auch entsprechende Lösungsmöglichkeiten. Auf der einen Seite kann man sich im Vorfeld zu einem Wettkampf Gedanken darüber machen, welche Krisenauslöser oder Risiken es gibt sowie ob man sie vermeiden oder vorbeugen kann, damit die Auswirkungen geringstmöglich sind. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Techniken, ungeplante Situationen zu beherrschen, denn Krisen sind per Definition Entscheidungspunkte, die nicht nur negative Optionen haben, sondern auch Chancen beinhalten, die man ergreifen kann. Auch Betreuer können helfen, Krisen zu erkennen und zu überwinden.

In der Pause gab es für die Teilnehmer natürlich kein „Kaffeetrinken“, sondern eine ziemlich anspruchsvollen Trainingseinheit mit dem Springseil.

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Die Gruppe beim „Warmlaufen mit Seil“.

Doch das war längst noch nicht die letzte, sportliche Einheit des Tages, denn nach dem Vortrag ging es wieder raus, auf den Sportplatz des Olympia-Stützpunktes, um dort nach einem Aufwärmprogramm mit lustigen Spielen das Lauf-Abc und Tempotraining zu absolvieren.

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Eine Mannschaft beim „Alaska-Ball“-Spielen. Margit (hinten) wirft gleich einen Ball durch den „Tunnel“.

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Eine heterogene Gruppe beim Tempotraining, angeführt von Stu, der die Signale zum Starten und Stoppen vorgab.

Beim Tempotraining wurden nicht nur verschiedene Organisationsformen gezeigt, die es ermöglichen, in sehr heterogenen Gruppen solche Trainingseinheiten gemeinsam durchzuführen, sondern auch bewiesen, dass solche Trainingselemente sowohl anstrengend sind als auch unglaublich viel Spaß machen können. Die zugehörige Theorie, wie Tempotraining zu gestalten und in ein Ultramarathontraining effektiv zu integrieren ist, wurde später vermittelt.

Nach drei intensiven Einheiten waren die Beine dann abends doch ein wenig müde, als das Programm mit zwei interessanten und unterhaltsamen Vorträgen fortgesetzt wurde. Zunächst klärte uns Herbert Weingärtner in seinem Vortrag „Schweißformel“ über aktuelle, wissenschaftliche Forschungsergebnisse zur Energiebilanz und dem Wasserhaushalt auf. Am Ende eines langen Tages konnte Stu Thoms uns dann mit tollen Bildern und Anekdoten über seinen Spartathlonlauf begeistern!

Am Samstag ist es schon eine Tradition erst auszuschlafen und dann einen langen Lauf zu absolvieren, der durch ein Mittagspicknick unterbrochen wird.

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Mittagspicknick beim Grenzlager etwas außerhalb von Oberhof nach einer dreistündigen Laufeinheit.

Nicht zufällig war unser Picknickplatz der „Verpflegungspunkt Oberhof“ des gleichzeitig ausgetragenen Rennsteig-Nonstoplaufes, denn so konnten wir einige Läufer anfeuern und uns mit ihnen sowie den Helfern und Organisatoren unterhalten.

Während überraschender Weise die meisten von uns den kürzesten Weg zu unserem Hotel suchten, machte sich noch eine kleine Gruppe auf, um nochmals die Thüringer Wälder zu durchstreifen, wobei dieses Bild entstand.

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Didi, Bernhard, Günther, Kiwi und ich liefen samstags nachmittags noch einmal ein kleines Ründchen durch Thüringen.

Nachdem sich alle im Hotel bei einem großen Kaffee- und Kuchenbuffet gestärkt hatten, wurden noch drei Erlebnisberichte vorgestellt. Den Anfang machte ich mit dem diesjährigen Mauerweglauf und dem interessanten Coachingprojekt. Später erzählte Günther Weitzer begeistert von seinem K78-Lauf und zeigte einige Fotos. Dem schlossen sich Mirko Leffler und Silvio Schweinsberg mit einem Bericht von einem gemeinsamen Laufabenteuer auf der Insel Boa Vista an.

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Dirk, Sylke, Günther, Natascha, Jeanette, Bernhard, Margit und alle anderen verfolgen interessiert eine Präsentation.

Was soll ich sagen? Es wurde wieder spät. Am nächsten Morgen war die Gruppe derer, die vor dem Frühstück in Laufschuhen den Tag beginnen wollten erwartungsgemäß etwas reduziert; sei es aus Gründen der Müdigkeit oder weil der Körper bereits die ersten Zipperlein signalisierte.

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Ich, Natascha, Birgit, Kiwi, Günther und Bernhard vor dem Lauf am Sonntagmorgen.


 
Es hatte nachts ein wenig geregnet und die aufkommende Sonne hatte die Kälte noch nicht verdrängt, als sich die kleine Gruppe in Bewegung setzte. Geplant war es, acht Kilometer nach einem GPS-Track zum „Ausgebrannten Stein“ ganz locker zu laufen. Tatsächlich waren wir dafür fast anderthalb Stunden unterwegs und die nassen Socken waren genauso wenig geplant wie so manches Teilstück durchs dichte Unterholz. So konnten wir verschiedentlich Kriseneskalation beobachten und unser neu erworbenes, methodisches Wissen anwenden, welches half, negativen Gedanken mit viel Humor zu begegnen.

Am Sonntag begann der Tag mit einem Vortrag über Ausgleichstraining, bei dem ich die Sinnhaftigkeit und Einsatzgebiete erklärte, bevor Stabilisations-Training vorgesehen war und die Gymnastikmatten noch einmal ausgerollt wurden.

Anschließend stellte Christian Mohr sein erfolgreiches Training für seine 100km-Bestzeit vor, die er in diesem Jahr in Kienbaum lief. Vor dem Mittag standen dann noch Trainingsprinzipien für den 24h-Lauf und Mustertrainingspläne für 100km auf der Agenda. Als Abschlussvortrag erläuterte uns dann Herbert die Kryotherapie, also wie man ein Kältebad für die Regeneration einsetzt und sich mit einem Bierkühler, einigen anderen Geräten und ein wenig handwerklichem Geschick so eine Wanne selber bauen kann.

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Herbert und Sylke. Herbert referierte über zwei interessante Themen.

Am Ende der Veranstaltung wurde bereits ein kleiner Film vom Trainingslager gezeigt und man konnte noch einmal einige Erlebnisse Revue passieren lassen. Nach einem gemeinsamen Abschlussfoto ging es schließlich für alle wieder heimwärts nach Berlin, Hamburg, Passau, ins Saarland, Allgäu, Ruhrgebiet, Frankreich und Österreich, den Rucksack vollgepackt mit neuen Informationen und emotionalen Erlebnissen.

Die Nicht-Läufern nahmen an einigen Vorträgen und sportlichen Angeboten teil, fuhren aber auch Fahrrad oder wanderten, hatten ihren Spaß, ihre Bewegung und zogen ebenfalls ein positives Resümee.

Das Trainingslager war wieder einmal klasse und ich freue mich schon auf die beiden Veranstaltungen in 2014, wenn sich die Ultraläufer im April in Kempten zu einem Grundlagenlehrgang und in Bad Schandau zu dem Thema 60+ treffen wollen. Nähere Informationen dazu gibt es in Kürze auf der Homepage.

Bilder von Michael (11) und Karin (1), alle Namen immer von links nach rechts

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Ihr seid jede Woche irgendwo laufend unteerwegs - los, her mit euren Fotos, lasst andere eure Erlebnisse mit erleben!

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